Die Gefahren des fernöstlichen Denkens

Die Gefahren des fernöstlichen Denkens für die katholische Glaubenslehre

The Dangers of Far Eastern Thinking for the Catholic Doctrine of Faith

Les dangers de la pensée de l'Extrême-Orient pour la Doctrine de la Foi catholique

 

Aktualisiert am: 25.09.2017

Updated on: 2017-09-25

Mise à jour: 25.09.2017

 

 

Deutsch

Kürzlich las ich ein Büchlein zum Thema "Dankbarkeit" aus einem namhaften katholischen Verlag, welches optisch recht gefällig gestaltet ist, und dessen Inhalt mich sogleich ansprach. Nachdem ich einige Seiten gelesen hatte, fühlte ich jedoch immer mehr Zweifel in mir aufsteigen, ob das, was ich da las, überhaupt noch christlich bzw. katholisch ist: die Lektüre stellte sich als Vermengung von Wahrheiten und Irrlehren heraus. Nicht jeder, der derartige Schriften zur Hand nimmt, wird dies sofort erkennen. Und darin liegt die große Gefahr!

Dieses Erlebnis habe ich zum Anlass genommen, näher auf jene gefährlichen Aspekte einzugehen und  ihnen einen Artikel zu widmen.

Gerade als Christ hat man hier eine besondere Verantwortung und sollte nicht alles ungeprüft übernehmen, was sich an spiritueller Lektüre darbietet. Im Zweifel ist der Katechismus ein wichtiger Ratgeber; vergleichen Sie dessen Aussagen mit denen, die Sie gerade lesen bzw. gelesen haben!

Grundsätzlich ist es legitim, sich mit fernöstlichen Vorstellungen und Philosophien - sei es auf privater oder auf wissenschaftlicher Ebene - zu befassen. Will man jedoch als Christ Elemente daraus ins eigene Alltags- und Glaubensleben übernehmen, ist einiges zu beachten bzw. äußerste Vorsicht geboten, weil man ganz schnell - und oft unbemerkt - in ein Fahrwasser gerät, welches mit der katholischen Glaubenslehre nicht mehr vereinbar ist.

Im fernöstlichen Gedankengut gibt es Bereiche, die man als allgemeingültig einstufen kann. Sie sind für jeden Menschen logisch nachvollziehbar und befinden sich auf einer religiös neutralen Ebene, wie etwa Naturbeobachtungen.

Es ist verlockend, hier scheinbare Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West zu orten und daraus religiöse Pseudo-Wahrheiten abzuleiten, die eine Art überkonfessionelle, den Religionen übergeordnete Super-Religion in Form eines Naturglaubens bilden. Diesbezügliche Bestrebungen sind daher nicht als "Brückenschlag" anzusehen sondern höchstens als Fehlschlag einzustufen. Dort, wo Gemeinsamkeiten offensichtlich nicht bestehen, lassen sich diese auch nicht herbeizaubern.

Gerade im Buddhismus gibt es keinen persönlichen Gott, keine Erlösergestalt, und aus dieser Tradition heraus haben sich Meditationsarten entwickelt, die heute auch in der westlichen Welt populär geworden sind. Ähnlich verhält es sich mit dem aus dem Hinduismus kommenden - allseits beliebten - Yoga.

Im fernöstlichen Denken geht es darum, den Menschen geistig-spirituell zu erheben. Es soll entweder eine Erleuchtung oder ein "Einswerden mit dem Bewusstsein" erreicht werden. Es wird suggeriert, der Mensch könne sich  aus dem Leid und Elend des Lebens selbst befreien.

Darin bestehen jedoch bereits die klaren Unterschiede zum christlichen, insbesondere zum katholischen Glauben.

Im Christentum gibt es 

  • keine Selbsterlösung
  • keine Selbsterleuchtung
  • keine Selbstbefreiung und
  • keine Selbstvergebung.

Eine Meditation, die nicht auf Gott ausgerichtet ist, kreist einzig um den Menschen und kann als "Götzendienst" (im Sinne von Selbstverehrung des Menschen) eingestuft werden. Sie stellt den Menschen über den Schöpfer, ja, negiert zum Teil die Existens eines Gottes bzw. eines Schöpfergottes, wie Ihn das Christentum kennt und verehrt.

Hingegen gibt es im Christentum

  • eine Erleuchtung und ein spirituelles Wachstum, welches uns aus Gnade durch den Heiligen Geist geschenkt wird
  • eine Erlösung, die uns Christus durch Sein Kreuzesopfer erwirkt hat
  • eine Befreiung, die ebenso in der Person und im Heilswirken Christi liegt und
  • eine Vergebung, die man sich nicht selbst spendet, sondern die dem reumütigen Sünder im Rahmen der Beichte gewährt wird.

Das fernöstliche Denken hat auch eine andere Sichtweise auf Sünde und persönliche Schuld des Menschen und die sich daraus ergebende Verantwortung. Das Bekenntnis der eigenen Fehler vor Gott, die Bitte um Vergebung und die Gewährung dieser in Form eines Bußsakramentes sind, wie es die katholische Tradition beinhaltet, dort nicht bekannt.

Dadurch kann es zu einer Banalisierung bzw. Verharmlosung des ethisch-moralischen Handelns sowie zu einer Abstumpfung des Gewissens kommen. - Hierin liegt eine weitere Verlockung für Menschen, die mit sich selbst nicht im Reinen sind und den Mahnungen ihres Gewissens ausweichen wollen: sie suchen "Zuflucht" in solchen Lehren, weil es sich so bequemer leben lässt.

Auch in diesem Punkt sind fernöstliche Vorstellungen nicht mit der katholischen Lehre vereinbar. Der Christ ist hinsichtlich der begangenen Sünden kein Selbst-Erlöser oder Schuld-Neutralisierer. Dazu hat er weder die Vollmacht noch die Fähigkeit. Er glaubt nicht an die Natur als höchste spirituelle Ebene, sondern anerkennt die Existenz eines übergeordneten Schöpfergottes, der sich in der Person Jesu geoffenbart hat, und welchem er direkt Rechenschaft schuldig ist.

Text: © Andrea Pirringer 2016


 

Foto / Pic / Photo: privat / private / en privé, © Andrea Pirringer


English

 

 


 

Ende der Seite - End of page - Le bas de la page
 

Die Gefahren des fernöstlichen Denkens für die katholische Glaubenslehre

The Dangers of Far Eastern Thinking for the Catholic Doctrine of Faith

Les dangers de la pensée de l'Extrême-Orient pour la Doctrine de la Foi catholique

 

 

For to go up, please press the link "Nach oben" ⇓
Pour revenir au sommet, pressez sur le lien "Nach oben" 

 

 

Nach oben